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Piccola76 Piccola76 schrieb am 14. Mai 2019 um 06:06
WOW, das ist ein ganz toller Beitrag, vielen Dank! Ich selbst hatte lange Zeit meinem Ex-Partner (der eine Art Hochstapler mit einem Doppelleben und mehreren Beziehungen, die er heimlich pflegte) die Schuld daran gegeben, dass ich quasi seelisch fast zerbrochen war an der Beziehung mit ihm, seinen Lügen und seinem Alkoholismus. Ich hegte wirklich nahezu einen Hass gegen ihn. Ich sah mich als Opfer, als Co-Abhängige und als "guten Menschen" im Gegensatz zu ihm. Diese opferhafte Gutmenschenrolle hat mich aber völlig aufgewühlt und eher belastet. Mittlerweile habe ich Frieden mit der toxischen Beziehung geschlossen (wurde auch Zeit). Und ich bin der Meinung, dass ich starke Anteile einer abhängigen Persönlichkeitsstörung haben muss. Denn so etwas passiert ja auch nicht jedem. Jemand, der "gesund" ist, bleibt keine zwei Monate mit einem Hochstapler zusammen, zumindest dann nicht, wenn es herausgekommen ist, dass es sich um einen Hochstapler handelt. Ich habe durch bestimmte Verhaltensmuster meinen aktuellen Partner ziemlich belastet, so dass wir momentan eine Krise haben. Wobei ich aber hinzufügen möchte, dass er eine Art Trauma aus der Vergangenheit hat (wir sind beide über 40). Jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen, das lässt sich wohl kaum vermeiden. Gewiss gibt es auch seelisch gesunde Menschen, mit höchsten leichten (narzisstischen, dependenten, etc.) Zügen, aber das ist ja noch nicht pathologisch. Ich persönlich finde, dass es am Wichtigsten ist, dass man sich selbst kritisch betrachtet und sich eingesteht, dass man eine Persönlichkeitsstörung entwickelt hat. Mir fällt es zwar noch nicht leicht, das so anzunehmen, aber es wird leichter. Denn nur so kann man an sich arbeiten. Ohne Krankheitseinsicht geht es leider nicht. Es hat so lange gedauert, bis bei mir der Groschen gefallen ist. Aber besser spät als nie.
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